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Wir lernen Farben: Zootiere

Ich bin wahrscheinlich selber schuld: Ein Buch über Farben zu kaufen, auf dessen Cover ein lilaner Elefant prangt, klingt im Nachhinein nicht wie die beste Idee des Jahres.

Aber dieses Buch sah so einladend aus! Nicht nur ist besagter Elefant extrem niedlich, aus dem Buchschnitt ragen außerdem bunte Tiere aus Stoff heraus: der Schwanz eines Tigers, der Kopf eines Krokodils, ein Elefantenrüssel und so weiter.

Wir lernen Farben-Zootiere-CoverUnd da unser kleiner Wicht gerade in der Friemelphase war, als wir im Zoo an diesem Buch vorbeigelaufen sind und außerdem seit ich denken kann nichts lieber mag als Tiere (zumindest in Büchern – live sind sie ihr meist doch unheimlich), haben wir das Buch spontan mitgenommen. Mit 7,95€ lag es außerdem am unteren Ende des Preisspektrums für ein Buch in dieser Größe und mit haptischem Schnickschnack.

Nach der Einleitung ist es vermutlich keine Überraschung, aber: Das war eine Fehlentscheidung. Tatsächlich sind die Illustrationen unheimlich niedlich, und die Stoffstücke sind richtig schön in das Buch integriert, außerdem sehr stabil am Buch angebracht – unserem Wicht ist es trotz kräftigen Ziehens nicht gelungen, sie auch nur einen Hauch zu lösen.

Aber ich habe trotzdem zwei unüberwindliche Probleme mit diesem Buch: Erstens mag ich die Texte überhaupt nicht. Es handelt sich um Verse, und dieses Buch ist ein perfektes Beispiel dafür, warum ich da immer erstmal misstrauisch bin: Da wird zum Beispiel „entlang“ mit „an“ gereimt, außerdem ist der Sprach-Rhythmus alles andere als melodisch oder auch nur gleichmäßig (und ich bin überzeugt, dass Kinder das genauso sehr spüren wie wir Vorleser). Und außerdem verbiegt sich der Texter so sehr, um Reime zu produzieren, dass sowas entsteht: „Der kleine Tiger spaziert entlang“ (wo denn, bitte?).

Wir lernen Farben-Zootiere-BeispielseiteGut, ich gebe zu: Ich bin vielleicht übermäßig empfindlich in dieser Hinsicht (danke, Linguistik-Studium – ich hatte seit dem ersten Tag den Eindruck, dass Du nur Scherereien machen würdest!). Aber selbst, wenn ich darüber hinwegsehen könnte, fände ich das Buch immer noch suboptimal, und zwar deshalb, weil ich finde, dass in einem Buch über Farben die Farben stimmen könnten. Der lila Elefant ist eine der größten Sünden in dieser Hinsicht, aber es gibt auch noch die gelbe Giraffe mit orangen (?) Flecken und den Frosch mit roten Pünktchen. Warum muss der Frosch denn rote Pünktchen haben? Wenn rot unbedingt vorkommen soll, warum dann kein Schmetterling oder ein Papagei?

Also, ich bin alles andere als begeistert, und ausnahmsweise ist der Wicht genau meiner Meinung. Es gibt tolle Bücher zum Thema Farben – dieses gehört für mich nicht dazu. Schade um die tolle Fühl-Idee.

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