Tiere auf dem Bauernhof - DK - Artikel

Wer versteckt sich da? Tiere auf dem Bauernhof

Ich weiß nicht, wie oft ich dieses Buch vorgelesen habe. In wechselnden Stimmen – Küken und Kuh dürfen schließlich nicht gleich klingen – und dank Ziege mit anschließenden Halsschmerzen. Der Wicht konnte einfach nicht genug davon kriegen. Dabei war dieses Gucklochbuck ein Zufallskauf.Inline-Bild 1

Tiere auf dem Bauernhof - CoverMitgenommen, weil der damals vielleicht sechsmonatige, von Büchern ziemlich gelangweilte Wicht beim Einkauf (Rossman war es glaub ich sogar, darf man gar nicht laut sagen) ein Sekündchen zu lang in die Richtung geschielt hat, wo das Buch lag.

Aber tatsächlich: der Wicht hat das Vorlesen bei diesem Buch, anders als bei so gut wie allen anderen zu jener Zeit, höflich über sich ergehen lassen. Ein großer Erfolg.

Kein Wunder, schließlich haben wir uns mit großer Freude für unser Kind zum Affen gemacht. Monatelang jeden Abend. Was ihr dann doch gefallen hat, waren vermutlich die Fotos, auf die der Verlag Dorling Kindersley grundsätzlich bei all seinen Büchern setzt. Und da die Texte (und zwar trotz Übersetzung) schöner fließen als die vieler anderer gereimter Pappbilderbücher, sind wir des Buches gar nicht so schnell müde geworden.

Irgendwann, kurz bevor es nach der 212. Wiederholung wahrscheinlich doch an die Wand geflogen wäre, hat der Wicht zum Glück seine zwei ersten Lieblingsbücher entdeckt (Usbornes „Babys erste Bilder: Babys“ und „Schlaf gut, Juli Löwenzahn„). Und „Tiere auf dem Bauernhof“ ging in Rente.

Tiere auf dem Bauernhof - BeispielseiteJetzt habe ich das Buch nach einem knappen Jahr nochmal hervorgekramt. Und siehe da, seitdem muss es wieder täglich vorgelesen werden. Ist aber auch kein Wunder: Den Bildern sieht man zwar an, dass jemand Photoshop bemüht hat – aber die Texte sind einfach gut. Nicht nur flüssig gereimt, sondern auch ergiebig: Sie vermitteln ein bisschen Sachwissen, und enden immer mit einem kleinen interaktiven Element („Zeig doch mal wie groß Du bist!“ oder, weniger gut zu beantworten: „Was kannst Du für tolle Sachen?“). In den paar Zeilen steckt erstaunlich viel drin.

Außerdem eignet „Tiere auf dem Bauernhof“ sich, um damit Quatsch zu machen – nach wie vor. Und Gucklöcher sind ja irgendwie immer gut, zumal das hier ganz hübsch gelöst ist: Auf der einen Seite können die Kinder raten, welches Tier versteckt ist, auf der anderen Seite scheinen die Fußabdrücke selbigen Tiers durch.

„Tiere auf dem Bauernhof“ hat keinen besonderen Clou. Kein Erwachsener wird es aufschlagen und Begeisterungsschreie ausstoßen. Aber es ist ungeheuer solide. Ein bisschen der VW unter den Bilderbüchern: Nicht besonders sexy, aber praktisch, stabil, gut für Einsteiger und man hat sehr lange was davon. Wir haben den Spontan-Kauf jedenfalls kein bisschen bereut. Trotz Halsschmerzen.

PS: Zugegeben: Nach ein paar Wochen, in denen wir dieses Buch jeden Abend vorgelesen haben, teilweise mehrfach, hatten wir Lust auf ein bisschen Abwechslung und haben einen anderen Band aus der Reihe angeschafft: „Wer versteckt sich da? Tierkinder“. Der ist kein bisschen weniger gut gemacht, ist aber trotzdem nicht halb so gut angekommen. Ich hab den Verdacht, dass die Ziege fehlt.

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