Artikelbild Welches Pferd heißt Gerd?

Welches Pferd heißt Gerd? Na, das mit dem Superman-Kostüm!

Ein wimmliges Tierbuch für Kinder ab zweieinhalb feiert den Individualismus.Welches Pferd heißt Gerd - CoverKonzept

 

„Auf der grünen Wiese grasen? Nö! Lieber durch die Lüfte rasen!“, denkt Gert das Pferd, und erträumt sich ein Dasein als Superheld. Katze Matze dagegen wäre gerne Pirat, und Qualle Chantalle möchte Trompete spielen. Versteckt sind die kreativen Tiere jeweils auf einer ganzen Wimmel-Seite voller Artgenossen, die selbst ganz unterschiedliche, teilweise unerhörte Dinge tun. Angeln zum Beispiel, jonglieren oder rutschen.

Pro und Kontra

„Welches Pferd heißt Gerd?“ ist mir in der kleinen, wunderbar sortierten Bilderbuchabteilung meiner Lieblingsbuchhandlung ins Auge gestochen, weil das Konzept so saucool ist – und die Illustrationen erst! Überall sind Tiere, die sich überhaupt nicht darum scheren, wie sie sich eigentlich verhalten sollten, sondern tun, wonach ihnen der Sinn steht. Weil der kleine Wicht damals aber noch lange nicht zweieinhalb war, habe ich es nicht mitgenommen – und es dann kurz darauf in der Bibliothek gefunden. Da bin ich jetzt, nachdem wir das Buch gut zwei Monate zu Hause hatten, auch ganz froh drüber. Denn so gut mir das Buch gefällt, habe ich mittlerweile jedes einzelne Tier ausführlich mit dem Wicht diskutiert, ziemlich vielen haben wir Namen gegeben, manche haben eine ganze Lebensgeschichte. Und die Suche nach dem Tier aus dem Text ist zu längst zu „Da ist Gerd!“ geworden, sobald der Wicht die Pferde-Seite aufschlägt. Das für ein Wimmelbuch relativ kleine Format fällt dem Buch für mein Gefühl in den Rücken: Es ist so schön, dass man es gerne immer wieder anschauen möchte, aber vergleichsweise schnell ist dann eben doch jedes Detail entdeckt.

Also?

Einerseits finde ich dieses Buch mit seinen süßen Illustrationen und temperamentvollen Texten – und natürlich mit seiner Botschaft – absolut empfehlenswert. Andererseits beginnt es seine Halbwertszeit bei uns nach ein paar Wochen intensivem Gucken und Lesen schon zu überschreiten. Vielleicht gut zum Kaufen, Lesen und pfleglich Behandeln. Dann lässt es sich nach ein paar Monaten noch wunderbar weiterverschenken.

Wer sich selbst ein Bild machen will: Auf der Webseite der Illustratorin (die übrigens auch ganz tolle Stoffe designt) kann man alle Doppelseiten anschauen.

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