Antonia war schon mal da - Cover

Neuer Liebling im Bilderbuch-Regal: „Antonia war schon mal da“

„Antonia war schon mal da“ ist eine Kreuzung aus Bilderbuch und Comic, in die wir uns Hals über Kopf verliebt haben

Konzept

Igel, Molch, Specht, Biber und Marienkäfer gehen auf Reisen. Nur ihre Freundin Antonia will nicht mitkommen. Warum auch? Sie hat die Welt, sagt sie, schon längst gesehen. Und tatsächlich: Überall, wo die fünf Freunde (und Timmy der Hund!) hinkommen, hat Antonia Spuren hinterlassen. Mal taucht sie auf einer Flagge auf, mal in einer Höhlenmalerei – und mal als Tattoo auf dem Arm eines Riesen.

„Antonia war schonmal da“ ist interaktiv, und das ganz ohne Klappen, Sounds und Fühlelemente. Nicht nur muss Antonias Konterfei in jeder Szene gefunden werden, die Texte laden auch dazu ein, laut das nächste Ziel zu schreien, das die Reisegesellschaft ansteuert. Etwa so:

„Über den Berg schallt laut Gegröle, noch lauter klingt’s in einer…[Umblättern und Ohren zuhalten]“ –

Antonia war schon mal da innen: Höhle!

Ich habe mal eine Definition gelesen, die das „Drama, das beim Umblättern entsteht“ als eins der wichtigsten Elemente von Bilderbüchern bezeichnet. Das ist hier definitiv gelungen.

Antonia und wir

… sind kaum zu trennen. Ich habe das Buch für ein paar Tage an meinen Schreibtisch entführt, um diese Empfehlung zu schreiben, und bin in der Zeit mehrfach danach gefragt worden. So hoch im Kurs ist sonst nur meine Nemesis Bobo Siebenschläfer. Gründe dafür: Die Texte haben einen tollen Rhythmus und viel Humor, und die Bilder leuchten so schön, dass die Figuren praktisch von den Seiten springen. Und, ein sehr schönes Detail, das momentan noch eher für uns Erwachsene wichtig ist als für den Wicht: Das Buch beschäftigt sich ganz unaufdringlich mit dem Thema Inklusion. Der Igel sitzt nämlich im Rollstuhl, ohne dass das jemals groß thematisiert würde.

Also?

Ich habe schon darüber nachgedacht, welchen Kindern ich Antonia zu Geburtstag und Weihnachten schenken kann. Der Verlag empfiehlt das Buch übrigens erst ab drei Jahren, aber auch bilderbuchgestählte Zweijährige dürften daran schon ihren Spaß haben.

PS: Aus Transparenzgründen: Der Pressechef von Reprodukt hat uns dieses Buch ans Herz gelegt. Dass Antonia uns selbiges aber kurzerhand gestohlen hat, war allerdings eine Überraschung.

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