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Émile Jadoul – Kuschelexpress

Ein Hasenkind erkämpft sich KuscheleinheitenKonzept

Achtung! Achtung Der 7.30-Uhr-Papaexpress startet in weniger als einer Sekunde.

Kuschelexpress - CoverDas namenlose Hasenkind in dieser Geschichte hat einen Express-Papa – einen, der immer unterwegs ist, schon morgens vor dem Büro geschäftliche Gespräche führt und nebenbei noch den Haushalt schmeißt. Und was kommt dabei zu kurz? Das Kuscheln! Also nimmt das Hasenkind die Sache selbst in die Hand.

Der Kuschelexpress und wir

Mich hat an diesem Buch die Idee genauso sehr angesprochen wie der typisch kritzlige Zeichenstil, den französische und belgische Illustratoren so häufig haben. Auch die Texte finde ich wirklich charmant, mit ihrem Bahnhofs- und Schnellzug-Thema. Superschön: Am Ende der Geschichte tritt der Hasenjunge als Bahnwärter auf, mit Trillerpfeife, um dem Papaexpress Einhalt zu gebieten.

Den Wicht hat dieses Buch durchaus interessiert – aber irgendwie doch nur halbherzig. Vielleicht, weil die Geschichte an ihrer Lebenswelt vorbei geht: Sie hat selber weder einen Papa- noch einen Mamaexpress, sondern zwei Freiberufler-Eltern, die viel zu Hause sind und eher versuchen, zwischen Bilderbüchern und Puzzles noch schnell ein Manuskript fertig zu schreiben.

Obwohl ich mich also gar nicht so richtig angesprochen gefühlt habe, hat mich der anklagende Ton von „Kuschelexrpess“ irgendwie genervt. Ich kenne solche Express-Papas, und die sind ja schließlich nicht auf eigenen Wunsch so, sondern weil die Umstände es nicht anders zulassen. Emile Jadoul packt sich hier zwar an die eigene Nase – die Idee stammt von seinem Sohn -, aber so ganz wohl ist mir bei der Sache trotzdem nicht.

Also?

Mein Geschmack ist der „Kuschelexpress“ nicht, trotz der süßen Bilder und Texte. Der Text erhebt den Zeigefinger, und zwar ausnahmsweise mal den Eltern gegenüber. Das ist zwar eine erfrischende Abwechslung zu den Bilderbüchern, bei denen die Kinder belehrt werden, aber es hat mich trotzdem gestört, und war am Ende froh, den Kuschelexpress im Expresstempo zurück in die Bibliothek bringen zu können.

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